Veronika Schubert // Roland Wegerer
Portierslogen

Eröffnung: 02.09.2009 // 03.09. - 02.10.2009

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Veronika Schubert


In ihren Videoarbeiten kombiniert Veronika Schubert elektronisch determinierte und handwerkliche, materielle Techniken miteinander. Die leidenschaftliche Beschäftigung mit Sprache ist in nahezu allen ihren Arbeiten spürbar.

Krimi-Ermittler stehen im Mittelpunkt des Trickfilms Tintenkiller. Die starke Reduktion der Kommunikation äußert sich in einer surrealen Abfolge von Phrasen und Floskeln. Die wesentlichen Kennzeichen der TV-Ermittlungsarbeit wurden extrahiert und visuell in einer speziellen Zeichentechnik mit Tinte und Löschstift umgesetzt.
Schemenhaft gezeichnete Hände folgen einer Tätigkeit, die sich erst im Laufe des Videos Vielfalt entschlüsselt; aus Papier wird das Kinderspiel Himmel und Hölle gefaltet. In diesem Spiel gibt es normalerweise nur ein "entweder/oder".
Guten Tag – Buon Giorno ist eine mit Landkartenfragmenten bebilderte Reise, die dem touristischen Sprachproblem mit Hilfe von simpelsten Beispielsätzen beizukommen versucht.
Tele-Dialog, ein gestrickter Trickfilm, setzt sich mit Beziehungsproblemen in Soap Operas und ähnlichen Unterhaltungsformaten des Fernsehens auseinandersetzt. Der Ton des Videos ähnelt jenem Effekt, der beim Zapping durch die Kanäle entsteht.
Im Video Schildertausch wird vorhandener Text im Stadtraum (Schilder, Fassadenaufschriften, Plakate) durch Zeitungsüberschriften aus Veronika Schuberts Archiv ersetzt. Der eingefügte Text besteht aus Phrasen, Floskeln und Binsenweisheiten, die oftmals im Smalltalk Verwendung finden.
Beim Video Stricken mit Vroni handelt es sich um einen Video-AnfängerInnen-Strickkurs, der von Phrasen und Floskeln aus dem Fernsehen akustisch untermalt ist.

www.veronika-schubert.at

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Roland Wegerer
The white digger

Ein Gesicht bettet sich auf Mehl und beginnt, sich im Haufen zu vergraben. Durch wiederholtes Blasen wird das Mehl zur Seite befördert und steigt als Fontäne hoch. Das sich ablagernde Mehl bedeckt immer mehr Kopf und Rücken und wird so zu einem abstrakten Gebilde. Das Mehl als kulturelles Gut und der existenzielle Atemvorgang verbinden sich zu einem homogenen zyklischen Vorgang.

Die Untersuchung einer Positionierung des Individuums stellt für Roland Wegerer eine zentrale Aufgabe in seinem Werk dar. Hierzu taucht er tief in den Alltag jedes Einzelnen ab. Rituale, Verhaltensweisen und Wünsche werden aufgenommen und auf ihre Qualitäten hin untersucht. Er nutzt bekannte Objekte in verfremdeter Weise, verkehrt Handlungsabläufe in ihr Gegenteil oder fokussiert Details des menschlichen Körpers, womit er in gesellschaftlich formierte Strukturen eingreift.

Aus dem kollektiv geprägten Gesellschaftsmuster bedient er sich zahlreicher Assoziationen. Es sind die Relationen des Menschen zu seiner Umgebung und die Erfahrungen des täglichen Lebens (atmen, kauen, schlafen etc.), die ihn interessieren. In allen seinen Arbeiten zeigt Wegerer, was sich prozesshaft als Schnittmenge an skulpturaler Qualität herausbildet, wenn ein Mensch konfrontativ auf ein Material oder ein Element (Staub, Luft, Wasser etc.) trifft. Dabei geht er von einem erweiterten Skulpturenbegriff aus. Das Interesse gilt weder dem formalen Produkt, dem Objekt selbst, noch dessen Ästhetik. Ein Kunstwerk zu erzeugen kann auch bloß darin bestehen, einen gewöhnlichen Gegenstand aus seinem logischen Kontext herauszulösen, ihm Worte und andere Bedeutungsträger beizufügen, die von außerhalb des engen Bereiches des Sichtbaren stammen.

Die Suche nach der Position und der Aufgabe des Künstlers in der Gesellschaft, die Behandlung aktueller und beständiger Fragen und die Versuche der Beantwortung dessen treiben Roland Wegerers Werk voran.

www.rolandwegerer.com

Schubert / Wegerer, 2009 - Ausstellungsansichten: p1p2 -p3-p1p2 -p3
Miriam Bajtala
Schubert / Wegerer, 2009 - Ausstellungsansichten: p1p2 -p3-p1p2 -p3

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