Portierslogen
Stella Geppert // Angelika Stadler

Eröffnung: 23.03. 2010 // Ausstellungsdauer: 24.03. - 11.05.2010

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Stella Geppert

Während ihres kurzen Arbeitsaufenthaltes ist Stella Geppert den Spuren der Kommunikation im öffentlichen Raum, dem Wiener Stadtraum, nachgegangen: Notizen an Elektrokästen, Plakatwände an Bauzäunen, Arbeitsangebote in Hausfluren waren dabei von Interesse.

Für die Künstlerin stellte sich die Frage, welche spontanen Mitteilungsformen ein urbaner Raum zulässt und welche Formen durch eine zunehmende Ökonomisierung des öffentlichen Raumes eingeschränkt bzw. verboten werden. Dabei ist Stella Geppert auf ein Plakat gestoßen, welches sich selbst verbietet, plakatiert zu werden „PLAKATIEREN VERBOTEN“.
Ein solches, mehrfach zerrissenes und wieder zusammengeklebtes Plakat diente als Kopiervorlage und ummantelt in seiner Vervielfältigung die Loge im Empfangsbereich des Kunstvereines.

Entgegen ihrer Selbstnegation scheinen die locker angeordneten Plakate einer üblichen Plakatwand entsprungen zu sein. Sie bilden gleichzeitig spezifische Formen der Loge ab und führen spielerisch dem Betrachter eine bis zur Absurdität geführte Reglementierung von Öffentlichkeit vor Augen.

www.stella-geppert.de

Stella Geppert, 2010 - Ausstellungsansichten: p1p2 -p3-p1p2 -p3
Miriam Bajtala
Stella Geppert, 2010 - Ausstellungsansichten: p1p2 -p3-p1p2 -p3

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Angelika Stadler
Smållworld

Ein abgeschlossener Raum: durch seine Glasfront eröffnen sich zwei Perspektiven auf einer Blickachse. Von innen heraus dient er als Beobachtungsposten und kontrolliert den Umraum; von außen gleicht er einer Vitrine und ermöglicht Einblicke in ein kleines Universum.
Portiere gewähren oder verwehren aus ihrer Loge heraus Zutritt und vermitteln als Schlüsselfigur zwischen den Welten. Ihr „Glaskasten“ erzeugt einen Zwischenraum mit Eigenzeiten des Wartens, Vermittelns und Abweisens, während sie selbst Teil einer Menagerie der Organisation ist.
Die mediale Doppelfunktion derartiger Glaskästen stellt sich auch in anderen Zusammenhängen ein. Die Rauminstallation Smållworld übersetzt sie in den Bereich des Kinematografischen und in den Raum des Kinos.
An der Kinokasse eines Lichtspielhauses beginnt die Inszenierung von Film. Sie eröffnet einen Zeitraum, in dem sich der Nachhall der Realität verbindet mit der Vorahnung des Fiktiven. Das Kinoereignis findet seine Fortsetzung in der Popcornmaschine: im Popcorn materialisiert sich die Vorahnung, explodieren die Möglichkeiten kommender Geschichten; die Plopp-Geräusche und die entstehenden Gerüche verlängern den Erwartungsbogen bis in das Dunkel des Kinosaals.
In dieser Schwellensituation, in der der Mais ploppt, fließen alle Erwartungen zusammen. Smållworld zeigt das symbolisch aufgeladene Popcorn als prozesshaftes Bild im Wechselspiel mit seiner kinematografischen Repräsentation: ein Vorhang verdeckt die Eingangstür der Portiersloge und rahmt deren Glasfront. Der gewährte Einblick fokussiert die - auf einem Podest stehende - beleuchtete Popcornmaschine. Das herausquellende Popcorn bedeckt den Boden und füllt den Raum.
Der Popcornmaschine gegenüber ragen zwei Monitore aus den Bergen von Popcorn. Deren Sound verstärkt die bei der Produktion entstehenden Geräusche. Gerüche dringen aus dem Raum.
Das Video Smållworld - Pop zeigt Explosionen von Popcorn und spielt mit dem Ereignischarakter der Popcornproduktion. Smållworld - The Subliminal bezieht sich auf ein von James Vicary 1957 in einem Kino in Fort Lee, New Jersey, durchgeführtes Experiment. Der amerikanische Marktforscher überblendete für 1/3000 Sekunde in 5 Sekundenintervallen den gezeigten Kinofilm Picnic (1955, Regie: Joshua Logan) mit den Botschaften „Hungry? Eat Popcorn“ und „Drink Coca-Cola“. Die unterschwelligen Botschaften sollen zu einem signifikanten Anstieg des Coca-Cola- und Popcornverkaufs geführt haben. Nachdem mehrfach versucht wurde, das Experiment zu wiederholen, gab Vicary 1962 zu, die Ergebnisse erfunden zu haben.
Smållworld füllt den Raum der Portiersloge mit den Versprechungen von Film. Popcornploppen und Rascheln mischt sich mit dem Gemurmel vor dem Kinoereignis, das im Gegensatz steht zur Stille beim Verlassen des Kinos, wenn auch die Popcornmaschine schweigt.

Angelika Stadler, 2010 - Ausstellungsansichten: p1p2 -p3-p1p2 -p3
Markus Guschelbauer
Angelika Stadler, 2010 - Ausstellungsansichten: p1p2 -p3-p1p2 -p3

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Geppert // Stadler, 2010, Eröffnungsfotos