Portieslogen
Simone Klien // Miriam Visaczki
Eröffnung 02.03.2010 // Ausstellungsdauer: 03.02. - 13.03.2010

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Simone Klien

Das Pentagondodekaeder 6500 Kelvin, das aus zwölf gleichseitigen Fünfecken besteht und sich zu einem regelmäßigen Körper verbindet, ist ein Lichtobjekt, welches Simone Klien aus einer Recherche zu Form und Licht entwickelt hat.
Das Objekt setzt sich aus elf fünfeckigen MDF–Platten zusammen, wobei das zwölfte Fünfeck offen gehalten ist. In das Innere des Körpers ist eine pulsierende Lichtinstallation, bestehend aus elf fünfeckigen Neonröhren, integriert, die den Innenraum des Dodekaeders mit dem Außenraum verbindet.

In der Lichtinstallation füttert ein Festkörper, das Pentagondodekaeder, ein phosphoreszierendes Linienbild an der Wand mit pulsierendem Licht. Die pulsierenden Lichtröhren im Inneren des Festkörpers generieren den neongrellen Schein. Bei Licht schimmert der Kristall weiß-gelb, im Dunkeln leuchtet die Farbe der phosphoreszierenden Linien in einem glühenden grün. Dies hebt sich vom Hintergrund ab, erscheint virtuell oder fast räumlich. Das kristallförmige Linienbild wirkt in der Dunkelheit leuchtend und das Pentagondodekaeder wie eine Maschine, die es antreibt

Die Idee für die Form des Körpers entstand aus der Beschäftigung mit kristallinen Strukturen, die seit jeher eine besondere Rolle in der epistemischen Menagerie spielten: an der Grenze zwischen Lebendigem und Totem finden sich Kristalle in der Alltagswelt so selbstverständlich wie als halbleitendes Geheimnis der gegenwärtigen IT-Revolution. Licht ist ebenfalls ein Grenzgänger zwischen unvereinbar scheinenden Qualitätsbestimmungen; zugleich Teilchen und Welle, Grundlage für alles Leben auf der Erde.
Bei dieser Arbeit war es von besonderem Interesse, diese unterschiedlichen, scheinbar körperlosen Entitäten, zum einen den fast völlig in reiner Formbestimmung zurückweichenden Kristall, zum anderen substanzloses Licht, zugleich zusammentreffen zu lassen als auch ihnen einen neuen Körper zu schenken.

 

Simone Klien, 2010 - Ausstellungsansichten: p1p2 -p3-p1p2 -p3
Miriam Bajtala
Simone Klien, 2010 - Ausstellungsansichten: p1p2 -p3-p1p2 -p3

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Miriam Visaczki
Chameleon

Miriam Visaczki übernimmt in ihrer Installation Chameleon zwei grafische Systeme, die zum einen biografisch konnotiert sind, zum anderen einen Umgang mit der Moderne repräsentieren: die Glasmalerei ihrer Tante, die Werke der klassischen Moderne, etwa Van Goghs, in dekoratives Wanddekor umarbeitet und das System der Metopen ihres Vaters. Dieser archiviert in einem Raster von 7 mal 7 Quadraten und in einer eigens dafür konzipierten Schrift persönliche Begegnungen, Geburtstage, Tagespolitik oder die Summe der Tage, die er am Leben ist und kreiert eine strenge grafische Sammlung, die sich zwischen Poesiealbum und Tagebuch bewegt.
Beide Systeme werden in den von Miriam Visaczki bemalten, gerasterten Glaskacheln fusioniert. Die Beschriftungen der Kacheln pendeln sich zwischen popkulturellen Schlagwörtern des Gefühls und deren Anspruch auf Unmittelbarkeit aus. Deren grafische Interpretation ist naiv, aber ebenso emphatisch. Es wird weniger eine Technik übernommen und für die eigene künstlerische Produktion genutzt, als eine in sich ruhende, selbstvergessene Produktion zitiert. Die Frage nach der Unterscheidung zwischen der eigenen Produktion und manischem Hobby wird in der Installation ebenso gestellt, wie auch eine kaschierte Sehnsucht nach einer ungebrochenen Produktion ausformuliert wird.

Die Glaskacheln hängen in der ausgeräumten ehemaligen Portiersloge des Hauses. Der Portier, dessen hauptsächliche Tätigkeit das Warten und Bewachen ist, war dabei seinen Gedanken ausgeliefert:

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www.miriamvisaczki.de

 

Miriam Visaczki, 2010 - Ausstellungsansichten: p1p2 -p3-p1p2 -p3
Markus Guschelbauer
Miriam Visaczki, 2010 - Ausstellungsansichten: p1p2 -p3-p1p2 -p3

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Klien // Visaczki, 2010, Eröffnungsfotos